Wer weiss noch wie es 2010/2011 war, als das "schnelle" Internet nach Ditterke kam?  

Hier in Kopie die Presseinformation der Stadt Gehrden von damals. Was sich zu heute geändert hat und was die Worte von damals wert sind, darüber könnt Ihr Euch Eure eigene Meinung bilden.

Zitat:  "Mithin dürften alle Gehrdener Ortschaften bald über eine sehr gute und nachhaltige Breitbandversorgung verfügen."


Quelle: Stadt Gehrden, Webseite zum Thema Breitband vom 20.01.2012

DSL-Breitbandanschluss gewünscht? - flächendeckender Ausbau abgeschlossen - Vermarktung beginnt

Die Stadt Gehrden kann - zusammen mit ihren Kooperationspartnern Neustadt a. Rbge. und Seelze - Projektvollzug melden. In Gehrden ist der flächendeckende VDSL-Breitbandausbau fristgerecht Ende Oktober 2011 in den Ortschaften Northen ~ Ditterke ~ Everloh ~ Leveste und Redderse durch die mittelständische Northern Access GmbH, Liebenau, abgeschlossen worden. Für einen Bereich in Northen-Nord hat das Unternehmen eine privatwirtschaftliche Lösung außerhalb des Projekts bei verbindlichen Kundenwünschen zugesagt. Die Ortschaft Lenthe wurde bereits Anfang 2011 von htp mit VDSL ver­sorgt. Ergänzend zu den Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II des Bundes in Höhe von rd. 157.500 € (ohne Lenthe) sind städtische Haushaltsmittel von rd. 33.000 € eingesetzt werden. Die erfolgreiche kommunale Kooperation hat diese günstige öffentliche Mitfinanzierung und damit erst das privatwirtschaftliche unternehmerische Handeln ermöglicht.

Bürgermeister Heldermann: „Obwohl die Förderkulisse eine Versorgung mit nur 2 MBit/s zugelassen hat, wer­den den Kunden heute flächendeckend Leistungen im Download von 6 bis 16 MBit/s an­geboten (für Gewerbetreibende daneben gesonderte Leistungspakete). Der heutige Breit­bandausbau ermöglicht künftig auch höhere Leistungen von 50 bis später sogar 100 MBit/s. Das Unternehmen beabsichtige darüber hinaus, die derzeitige Versor­gung über Richtfunk mittelfristig durch Glasfaserverka­belung zu ersetzen." Der schnelle und wirtschaftliche Ausbau war nur mit der jetzigen Tech­nologie möglich. Ein Neben­effekt: obwohl die gemeinsame Ausschreibung sich förderrecht­lich ausschließlich auf die Breitbandversorgung beschränken musste, bietet Nor­thern Access kundengerecht gleichzeitig auf Wunsch eine Telefon-Option an (übers Internet sog. „VOIP"). „Ja, aber die Entgelte liegen ja höher als bei den Mitbewerbern ..." höre ich ab und an, so Bürgermeister Heldermann weiter: „Richtig, unser kommunales Anliegen für die Bürger und Unternehmen als Wohn- und Standortfaktor war die erreichte flächendeckende DSL-Versorgung. Die­ses Angebot, das auch unwirtschaftliche Bereiche um­fasst, hat für alle drei Bereiche nur dieses mittelständi­sche Unter­nehmen unterbreitet."

Die zeitnahe Vermarktung der Produkte sei nun ausschließlich Sache der Northern Access GmbH, die ja ein eigenes Netz ausgebaut und dazu lediglich, in Höhe der sog. wirt­schaftlichen Deckungslücke, eine öffentliche Zu­wendung erhalten habe. Northern Access hatte auch im Bereich des Landkreises Nienburg den Wettbewerb gewonnen. Leider hatten sich dort technische Vorleistungen von Dritten verzögert, so dass das Unternehmen erst jetzt seine technischen Mitarbeiter von dort abziehen und für die Anschlussarbeiten in Gehrden und Seelze einsetzen kann.

Geschäftsführer Torsten Voigts: „Wir informieren jetzt in Veranstaltungen vor Ort und bieten gleichzeitig unsere vertraglichen DSL- und Telefonleistungen an."

Bei Rückfragen oder dem Wunsch nach kurzfristiger Anschlussnahme ist die Northern Access GmbH zu erreichen unter:

Tel.: 05023/98111-0, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! , www.northern-access.de


Pressepiegel: Calenberger Zeitung am 29. Oktober 2010

Auftrag für den DSL-Ausbau ist jetzt erteilt Anbieter aus Liebenau erhält den Zuschlag

In etwa einem Jahr sollen im gesamten Gehrdener Stadtgebiet schnelle DSL-Internet-anschlüsse verfügbar sein. Der Auftrag für den Breitbandausbau ist seit Mittwochabend vergeben. Den Zuschlag hat die Firma Northern Access aus Liebenau erhalten.

Von Ingo Rodriguez

Gehrden. Das Votum für den Anbieter war eine Gemeinschaftsentscheidung. Gehrden hatte sich gemeinsam mit Seelze und Neustadt an dem Wettbewerb „Mehr Breitband fürs Land" beteiligt und den Zuschlag für Fördermittel erhalten. Finanziert wird der DSL-Ausbau in den drei Kommunen mit Landesmitteln aus dem Konjunkturpaket II. Die Zuwendungen betragen 800 000 Euro, von denen Gehrden rund 206 000 Euro erhält.

Am Mittwochabend stimmte der Gehrdener Verwaltungsausschuss dem Neustädter Votum für die Firma Northern Access zu. Der Anbieter habe sich bei ähnlichen Projekten bereits bewährt, teilte gestern Wirtschaftsförderer Dieter Quednau mit. Am Montag wollen sich die drei Kommunen laut Quednau mit dem Anbieter treffen, um die Ausbauplanungen zu beginnen. Die Reihenfolge, nach der die schnellen Leitungen in den unterversorgten Ortschaften verlegt werden sollen, sei noch offen. „Auszugehen ist aber von einer alphabetischen Anordnung", sagte Quednau. Für Gehrden bedeutet das: Start in Ditterke, vor Everloh, Leveste, Northen und Redderse.

Nicht in die Planungen einbezogen wird Lenthe. Das Dorf wird aus dem Förderprojekt heraus-genommen, weil dort der Ausbau privat-wirtschaftlich von dem Anbieter htp bereits vorgenommen wird. Spätestens am 30. November 2011 müssen aber auch die Arbeiten in den anderen Ortschaften abgeschlossen sein. So lautet die Vorgabe durch das Konjunkturpaket. „Dann müssen die Zuwendungen abgerechnet sein", sagte Quednau. Im Angebot werden Leitungen mit Bandbreiten bis zu 50 Megabyte sein.

Quelle: Calenberger Zeitung am 29. Oktober 2010

https://www.gehrden.de/portal/pressespiegel/auftrag-fuer-den-dsl-ausbau-ist-jetzt-erteilt-905000239-22850.html


Quelle: Von Nils Oehlschläger, Neue Presse vom 29.04.2017 

Ditterker streiten um ihr Internet

Eigentlich wollte Marco Braune-Frehse nur zehn Minuten reden. Dann wurde eine Stunde daraus. Immer wieder musste der Projektmanager des Netzbetreibers Avacon dem guten Dutzend Ditterkern bei der Ortsratssitzung Rede und Antwort stehen. Sie beklagten das mangelnde Angebot an leistungsstarkem Internet.
Inzwischen sei auch in Ditterke eine Geschwindigkeit von mehr als 16 Megabit pro Sekunde bei der Datenübertragung möglich, sagte Projektleiter Johannes Buning vom Telekommunikationsunternehmen Northern Access. Im Falle des Autohauses Blank habe er erst kürzlich 25 Megabit pro Sekunde freigeschaltet.

Vertrauen ist zerrüttet

Besänftigen konnte er die Ditterker damit jedoch nicht. "Selbst 50 Megabit sind keine Option für die Zukunft", sagte Ortsbürgermeister Ralf Wegmann. Zu schnell werde auch diese Marke von den zeitgemäßen Ansprüchen wieder überholt. "Es ist im Moment noch nicht umsetzbar, dass jeder Haushalt hier einen Glasfaseranschluss bekommt", hielt Buning dagegen. Um diesen Schritt machen zu können, müssten erst weitere Ditterker Kunden bei seinem Unternehmen werden.

Viele der anwesenden Bürger gaben an, vom Preis abgeschreckt zu werden, den Northern Access ihnen anbiete. Sie bezögen derzeit langsamere Verbindungen von größeren Anbietern, allerdings zu deutlich günstigeren Konditionen. Mehrere Bürger berichteten, ihre Anbieter würden allerdings die Mühe nicht auf sich nehmen, das Netz in den ländlichen Regionen auszubauen. So bleibt Northern Access im Ortsteil das einzige Unternehmen, das derzeit schnelles Internet bereitstellt. Die Bürger haben allerdings nur noch wenig Vertrauen: Seit knapp fünf Jahren plant der Telekommunikationsanbieter, auch in Ditterke eine schnelle Internetverbindung zu ermöglichen. Eine gelungene Umsetzung steht bisher noch aus.

Bürger zahlen Netzausbau mit

"Sie müssen einen angemessenen Produktpreis anbieten, dann können sie auch wieder Kunden gewinnen", urteilte Gehrdens Wirtschaftsförderer Nurettin Demirel. "Nehmen Sie diese Botschaft der Bürger mit." Darauf erntete er Applaus von den Zuhörern. "Wenn wir nicht das Ziel hätten, hier zu wachsen, hätten wir den Ausbau hier nicht gemacht", wehrte sich Buning.

Dabei stand ihm auch Braune-Frehse zur Seite: "Der Netzinfrastrukturausbau ist nicht umsonst", sagte der Avacon-Mitarbeiter. Es müsse bedacht werden, dass die Verlegung von Glasfaserkabeln und die dazugehören Tiefbaumaßnahmen kostspielig seien und auch durch die Gebühren der Telekommunikationsanbieter refinanziert würden.